Neuseeland, ein Land mit Rückkehrpotential oder auch: eine Lovestory

Es war eines meiner ersten und sicherlich auch meiner einprägsamsten Abenteuer: Vier Wochen mit einem Camper durch Neuseeland. Dieser Roadtrip stand am Ende einer siebenmonatigen Reise, welche mich zusammen mit meiner besten Freundin zuvor zu Work & Travel nach Australien führte. Es war ein krönender Abschluss – so frei wie wir es zuvor  selten erlebt haben. Die Zeit davor war ein Traum, aber Neuseeland hat uns den Atem geraubt. Und die Möglichkeit 24 Std. genau das zu tun, was wir wollen – unabhängig von Busfahrplänen (wir waren in Australien mit dem Greyhound unterwegs) oder sonstigen festen Buchungen. Für uns als neunzehn- und zwanzigjährige Mädels vom Land ein unglaubliches Erlebnis.

Der Beginn einer großen Liebe

Bereits nach dieser ersten Reise durch Neuseeland war ich total geflasht. Natürlich waren damals so viele verschieden Gefühle im Spiel. Es war das Ende unserer mehrmonatigen Reise und das erste Mal längere Zeit im Campervan unterwegs. Aber dieses Land hat uns einfach fasziniert und mitgerissen, die Natur, die Kultur und einfach diese unfassbaren Möglichkeiten. Mal abgesehen von unserem ersten Skydive in Taupo ;). Da wir jedoch in den vier Wochen ziemlich rum gekommen sind und ich das Gefühl hatte, bereits so gut wie alles gesehen zu haben (ja, das Gefühl war natürlich total bescheuert), hätte ich niemals im Leben gedacht, dass ich ein paar Jahr später nochmal für längere Zeit zurückkommen würde. Doch ohne zu übertreiben, war diese erste Tour durch Neuseeland, erst der Beginn einer großen Liebe.

 

New Zealand

Die Rückkehr  nach Neuseeland

Fünf Jahre später – 2014 – während meines letzten Studiensemesters war schnell klar, dass ich nach Abgabe der Bachelorarbeit los möchte – und das wieder für längere Zeit. Da traf es sich perfekt, dass meine Schwester ebenfalls eine Auszeit nehmen wollte und sich diese schon länger für Neuseeland interessierte. Die Sache war relativ schnell beschlossen: Weltreise mit dem Fokus auf Neuseeland.

Im Herbst ging es mit dem Working Holiday Visum los nach Down Under. Bereits vor Abreise hatten wir Kontakt mit Kiwi Cruise Control aufgenommen, da wir bei ihnen für unsere knapp sechs Monate ein Auto kaufen wollten. Die Eigentümer sind die Deutsche Doro und der Neuseeländer Darren.

An unserem zweiten Tag fuhren wir also in einen Vorort von Auckland um uns nach dem passenden fahrbaren Untersatz umzugucken. Wir wurden dann auch schnell fündig und trafen alle Vereinbarungen. Das Coole an Kiwi Cruise Control ist, dass man sein Auto auch dort direkt wieder verkaufen kann und einen im Voraus vereinbarten Betrag dafür zurückbekommt. Da wir ohnehin am Ende der Reise wieder nach Auckland zurückkommen wollten, war dieser Deal einfach ideal für uns. So spart man sich auch die Mühe selbstständig einen neuen Käufer zu finden.

Da unser Nissan jedoch erst zwei Wochen später abholbereit war, wir jedoch auf keinen Fall die ganze Zeit in Auckland rumsitzen wollten, haben wir uns kurzerhand noch einen Mietwagen bei Jucy Rentals geliehen.

 

Raus aus der Stadt – rein in die unglaubliche Natur von Neusseland

So konnten wir endlich die Stadt verlassen und raus in die geliebte Natur. Wir fuhren hoch ins Northland bis zum Cape Reinga und erkundeten die tolle Landschaft der Coromandel Peninsula. Für mich war es besonders interessant die alten Erinnerungen hochkommen zu lassen. Und auch endlich meiner Schwester in real zu zeigen, wovon ich jahrelang so geschwärmt hatte.

New Zealand
New Zealand

New Zealand

Die Jobsuche – WORK & Travel in Neuseeland

Nebenbei waren wir auf den bekannten Backpackerseiten bereits auf Arbeitssuche. Wir haben uns eigentlich für sämtliche Sachen beworben, von Hosteljobs bis hin zu Nannytätigkeiten. Durch meine früheren Eindrücke habe ich bereits einige Regionen favorisiert.

Letztendlich ist es natürlich so gekommen, dass wir genau da gelandet sind, wo ich ursprünglich nicht hin wollte.

Wie es halt immer so ist. Das Leben hat seine eigenen Regeln. Mangel an Erfolg hatten wir nämlich unser Suchgebiet erweitert und sind in Franz Josef, auf der Südinsel, auf eine interessante Anzeige gestoßen. Vormittags als Zimmermädchen in kleinen Villen, abends in einem lokalen Shop. Franz Josef hat mich gar nicht gereizt, da ich das als extrem kleines Kaff in Erinnerung hatte. 2009 hatten wir dort eine achtstündige Gletscherwanderung gemacht und das war es dann auch. Der Ort hatte einfach null zu bieten. Nach einem kurzen Telefonat mit dem Arbeitgeber hatten wir jedoch direkt eine Zusage. Da musste ich wohl über meinen Schatten springen und mich drauf einlassen.

Mit unserem Nissan, den wir mittlerweile abgeholt hatten, machten wir uns relativ flott auf den Weg zur Westküste der Südinsel. Unterwegs machten wir noch kurze Stopps in Rotorua, Taupo, Wellington und Greymouth. Wir wussten jedoch, dass wir auf dem Weg nach Norden ohnehin nochmal an diesen Orten vorbeikommen würden und uns dann mehr Zeit lassen konnten.

New Zealand

New Zealand

New Zealand

 

 

Einige Tief-, aber umso mehr Hochphasen in Franz Josef

Die nächsten drei Monate verweilten wir also in Franz Josef. Ganz so wie anfangs vorgestellt, lief es jedoch nicht – positiv wie negativ gesehen. Ein Lichtblick war sicherlich, dass ich mich doch recht schnell in diesem kleinen Dorf eingelebt und auch sehr heimisch gefühlt hatte. Durch die nahen Seen und natürlich vordergründig dem Gletscher, lebt Franz Josef größtenteils vom Tourismus. Böse überrascht hat uns jedoch die Arbeit. Diese zwei Jobs miteinander zu kombinieren war eine anstrengende Aufgabe. Oft mussten wir rund zwölf Stunden arbeiten an fünf Tagen die Woche und an einem sechsten Tag nochmals fünf Stunden.  Es war psychisch, aber ebenso körperlich enorm anstrengend und zehrend. Ganze fünf Wochen hielten wir es aus. In dieser Zeit mussten wir mitten drin sogar die Jobs von einem zweiten Team mit erledigen, was nicht nur physisch sondern auch mental zu einer harten Probe wurde. Als uns das dann ein zweites Mal blühen sollte, konnten wir einfach nicht mehr. Leider war auch unser Arbeitgeber bei den Villas ein bisschen two-faced wie man so schön sagt. Kurzerhand haben wir uns dafür entschieden diese Vormittagsquälerei aufzugeben und ganztags für den Supermarkt zu arbeiten. Wir zogen mit zwei anderen deutschen Schwestern in eine Wohnung direkt neben dem Shop und blieben weitere eineinhalb Monate in Franz Josef.

Es war nochmal eine tolle Zeit. Vor allem die Möglichkeiten die wir hatten waren genial. An unseren freien Tagen konnten wir die Gegend erkunden. Um den Lake Matheson wandern, welcher auch als Mirror Lake bezeichnet wird, da er bei passendem Wetter den Mount Cook reflektiert. An den Strand nach Okarito oder zum Gillespies Beach fahren. Die Hokitika Gorge erkunden oder den benachbarten Gletscher in Fox besuchen. Nur ein paar Fahrminuten von Franz Josef entfernt liegt der See Mapourika mit tollem Ausblick auf den Gletscher und die Berge. Aber Vorsicht! Ich hatte da mal ein unerfreuliches Aufeinandertreffen mit einem Aal – und ja, es ist Blut geflossen. Mein Blut.

Da man hier relativ schnell bei den Einheimischen aufgenommen und als „local“ gesehen wird, durften wir auch manche Sachen kostenlos in Anspruch nehmen. So konnten wir – bei freien Plätzen – mit den anderen Touristen in einem Heli hoch zum Gletscher fliegen. Obwohl man dazu ganz klar auch seine Bedenken äußern kann (meine Gedanken dazu und auch ein Vergleichsbild habe ich hier auf Instagram freigelassen).

New Zealand

New Zealand

New Zealand

Die Reise durch Neuseeland geht weiter

Unsere Reise sollte jedoch weitergehen. So erkundeten wir die nächsten Wochen die weitere Südinsel. Machten eine Bootsfahrt am Milford Sound, genossen die tolle Aussicht am südlichsten Zipfel in Bluff, besuchten Pinguine bei Dunedin, die Moeraki Boulders, gingen auf die Suche nach Mount Cook, mussten leider auch die Baustelle „Christchurch“ bezeugen, hatten Gänsehautfeeling beim Anblick von hunderten von Delfinen in Kaikoura, sahen zahlreiche Seelöwen, betranken uns bei einer Bierprobe in einer Brauerei in Greymouth, gingen in Westport surfen, wanderten im Abel Tasman Nationalpark, und durchforsteten die Weingebiete um Blenheim.

Langweilig wurde uns selten. Bei so vielen Möglichkeiten, die Neuseeland bietet ist das auch kein Wunder. Die Zeit verging im Flug, sodass wir auf dem Rückweg nach Auckland für die Nordinsel nun noch ungefähr zehn Tag Zeit hatten. Diese verbrachten wir an der Westküste bei New Plymouth noch ein wenig am Strand, bevor wir uns in Turangi mit einer Freundin von mir trafen. Gemeinsam wollten wir in den nächsten Tagen im Nationalpark das Tongariro Crossing in Angriff nehmen. Tja, wie es jedoch oft auch beim Reisen so ist, hat man nicht immer Glück mit dem Wetter und das Ganze ist wortwörtlich ins Wasser gefallen. Der starke Regen und vor allem heftige Winde haben uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ich finde das zwar bis heute schade, aber ehrlich gesagt gibt es mir einen weiteren Grund nochmal nach Neuseeland zu fliegen. Einen Grund neben tausend anderen.

 

New Zealand

New Zealand

Der (tränenreiche) Abschied aus Neuseeland

Nachdem wir unseren geliebten Nissan wieder verkauft hatten, ging es für uns erstmal nach Australien und zu den Cook Inseln. Ein paar Fotoeinblicke zu meinen Trips durch Australien bekommst  du mit meiner Bilderreise.  Falls du dich für einen Abstecher zu den Cook Inseln interessierst guck doch mal bei meinem Reisebericht samt Tipps vorbei.

Bevor unsere Weltreise uns weiter nach Hawaii brachte, kamen wir für fünf Tage zurück nach Neuseeland – wir konnten uns einfach nicht trennen. Bei unserem ersten Abstecher, sechs Monate zuvor, hat uns besonders Mt. Manganui sehr gefallen, weshalb wir hier noch die restliche Zeit am Strand verbrachten um uns gebührend gedanklich von dem schönen Fleckchen zu verabschieden – wenn auch sicherlich nicht für lange.

 

New Zealand

New Zealand

Bald findest du hier auf Ella Happylicious auch einige hilfreiche Tipps für deine Neuseelandreise – trag dich doch einfach rechts ein und folge mir per Mail, dann wirst du sofort informiert, sobald mein kostenloses eBook online geht!

Alles Liebe,

Ella

2 Comments

  • Kaja Samstag, der 12. November 2016 at 22:07

    Traumhafte Bilder, ich war noch nie in Neuseeland. – Ich hoffe eines Tages es auch zu besuchen. Ich freue mich auf die weiteren Tipps von Dir. xx, Kaja

    Reply
    • Ella Sonntag, der 13. November 2016 at 14:57

      Hallo liebe Kaja, Neuseeland ist so traumhaft schön – unbedingt eine Reise wert! 🙂 Liebe Grüße, Ella

      Reply

Leave a Comment

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen