Das Helfer-Syndrom – Gibt es einen „Gutmensch“?

Gastbeitrag von Birgit Knab

 

Ist es wirklich so, dass es ein ‚Helfer-Syndrom‘ alias ‚Gutmensch‘ gibt?

Doch stell ich mir die Frage in Bezug auf mich, hab ich das und ist es wirklich dieses „in Liebe allen helfen“ oder steckt doch mehr dahinter, mehr eigenes Ego, als man vielleicht denkt?

Ist es falsch ein Helfer-Syndrom zu haben?

Vielleicht versuch ich es falsch, denk ich mir. Falsch mit Liebe, falsche Ansätze. Ich versuch die Welt gut zu machen, doch zuerst muss ich doch mal mich mit allem annehmen und nicht mit Druck versuchen ein besserer Mensch zu sein, sondern einfach SEIN und auch alle anderen sein lassen… Niemanden verändern wollen nur um dessen Leben zu verbessern und gut zu machen.

Nicht mit meinen tollen und gut gemeinten Tipps irgendwie das Leben der anderen gut zu machen. Wenn es so ist, dass ich die Welt verbessern will, zumindest anderen Leuten helfen will, aber eigentlich nur das Gegenteil erreiche. Weise sein in sich selbst, für sich selbst aber doch nicht für andere, doch nicht die anderen zu irgendwas bewegen wollen oder zu einem Umdenken. Man kann die Welt nicht retten, wenn derjenige nicht dafür offen ist und empfänglich dafür ist und es gehört zu jedem selbst das herauszufinden, da bringt kein anderer Mensch etwas, vor allem nicht mit Nachdruck.

Andere Leute sind oftmals der Spiegel einer selbst. Manche wollen den anderen in eine Schiene zwängen, zu der man oftmals gar nicht bereit ist, meinen es sehr gut, jedoch kommt es so an, als ob sie besser wären als andere Menschen. Und genauso wie diese Leute auf mich wirken, so wirke ich vielleicht auf diese Leute.

Weil jeder anders über das Leben denkt, auch wenn es ähnliche/ gleiche Ansätze gibt, letztendlich ist jeder anders und denkt jeder anders.

Jeder sieht Hilfe anders

Im hawaiianischen Hoʻoponopono, ein Vergebungsritual, bei dem man erst mal sich selber annehmen soll, vergangene Verletzungen aufarbeiten sollte und dann auch anderen Vergeben soll – steht es ganz schön geschrieben in Bezug auf das helfen wollen:

! Überlege zuvor, beantworte bevor du loslegst diese drei folgenden Fragen:

 Kann ich helfen

Darf ich helfen?

Soll ich helfen?

Denn auch wenn man Hilfe gut meint, heißt es ja nicht unbedingt, dass es auch gut ankommt bzw. sein muss. Denn denke man daran, dass man den lieben Menschen, alles Schwierige und Schwere abnimmt und vor Negativen etc. schützt, so hält man ihn auch davon ab, daraus zu lernen, für sich selbst zu erfahren und zu lernen, was einem das Leben als Lernaufgabe sendet. Irgendwann wird dieser Menschen, wenn ich z. B. nicht mehr greifbar oder zum Helfen in der Nähe bin, ein Problem haben, denn dann muss er es von einer Sekunde auf die andere, selber schaffen, und wurde vielleicht nicht Step by Step auf das vorbereitet.

Somit lerne ich für mich daraus, Hilfe hat zwei Gesichter, und es geht auch nicht darum, einer alten Frau über die Straße zu helfen – denn das ist immer eine gute Hilfe und muss auch gar nicht hinterfragt werden. Sondern es geht um eine andere Hilfe, Hilfe mit Tipps und Unterstützung von den Lieben.

Es ist an der Zeit, los zu lassen und auch diese Menschen, deren eigene Erfahrung machen zu lassen, auch wenn es vielleicht eine harte Lernerfahrung ist – und zwar für beide!

Frei nach Abraham Lincoln

„Man hilft den Menschen nicht, wenn man für sie tut, was sie selbst tun können.“

und

Rainer Maria Rilke

„Vielleicht sind alle Drachen unseres Lebens Prinzessinnen, die nur darauf warten uns einmal schön und mutig zu sehen. Vielleicht ist alles Schreckliche im Grunde das Hilflose, das von uns Hilfe will.“

In diesem Sinne

Alles Gute an Alle

Erstveröffentlichung am 09. September 2014 auf www.theboomerangoflife.wordpress.com


Birgit ist seit Abschluss ihres BWL-Studiums im LogistikbeCIMG0611kleinreich eines Unternehmens tätig. Nebenbei machte sie eine Fortbildung zur Vitaltrainerin und gibt seitdem unter dem Motto „Balance-Auszeit“ Kurse in Meditationen, Klangschalen-Meditation und –Massage, sowie Holistic Pulsing.

Gesunde Ernährung, Yoga und die stetige spirituelle Neugier geben ihr den Ausgleich zum Arbeitsalltag.

Zusammen mit Ella war sie für acht Monate auf Weltreise durch Australien, Neuseeland, den Cook Inseln, USA und der Karibik.

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