Eine Welt, in der…

Die Nacht war kurz. Bei dem Gedanken, was soeben in meiner Heimat geschehen war, konnte ich nicht schlafen. Zuerst war ich einfach geschockt, später konnte ich meine Tränen nicht mehr zurückhalten. Wie soll das auch gehen?

Während meines Studiums habe ich in München gewohnt, ich bin rund eineinhalb Stunden von der Stadt entfernt aufgewachsen und lebe dort.

 

Die Schwierigkeit die richtigen Worte zu finden

Die Fassungslosigkeit ist immer noch so groß, dass ich es einerseits kaum in Worte fassen kann, andererseits so viele Gedanken in meinem Kopf hämmern, dass ich nun hier sitze und alles niederschreibe.

Wieder sinnlos Menschen getötet, wie viele waren es denn diese Woche? Wie viele Menschen müssen wöchentlich weltweit sterben, weil andere es so entschieden haben?
Oft gibt es verwerfliche Kommentare, dass die Europäer sich nur so entrüsten, wenn etwas vor ihrer eigenen Haustüre oder allgemein den westlichen Staaten passiert. Aber ist das nicht logisch? Ist das nicht menschlich? Natürlich finde ich es traurig und bin verständnislos, dass die Gefahren und der Tod im Nahen Osten alltäglich sind. Ich kann mir nicht vorstellen wie das ist. Und bei den Ereignissen der letzten Wochen und Monate hoffe ich auch dass ich es mir nicht allzu bald vorstellen muss. Doch es ist durchaus ein Schock, dass in vermeintlich sicheren Ländern die Sicherheit nun ebenso regelmäßig auf die Probe gestellt wird. Sind wir an dem Punkt, an dem wir `Sicherheit´ neu definieren müssen?
Noch gestern habe hier ich meine Gedanken und Gefühle über das Alleinreisen geteilt. Ich musste in den letzten Tagen feststellen, dass ich wohl selber (noch) nicht bereit und stark genug bin um auch in unsichere Länder zu reisen. Ist es denn letztendlich jedoch so, dass nun auch mein Kontinent, mein Land, meine Region dazu gehören? Darf ich mich nicht mal mehr aus meinem Dorf trauen?

Egal ob Terroranschlag oder Amoklauf, welches in Deutschland leider durchaus nicht der erste war, es kotzt mich an. Ich habe sowas von die Schnauze voll, dass sich unsere Welt zu einem Pott von Hass, Macht und Gewalt entwickelt.

 

Wir alle können etwas tun

Warum müssen Menschen sterben, weil ein anderer Mensch Probleme mit sich selbst hat? Warum schaffen wir es nicht, junge Menschen so zu unterstützen, dass sie sich verstanden und wohl fühlen? Warum können wir nicht gemeinsam dafür kämpfen, Naturkatastrophen und Krankheiten einzudämmen, welche ohnehin so vielen Menschen das Leben kosten? Warum müssen wir noch einen draufsetzen?

Es bringt eigentlich gar nichts, diese Fragen zu stellen. Ein `warum´ bringt uns nicht weiter, sondern nur ein `wie´. Wie ändern wir das? Wie schaffen wir es positiven Einfluss zu haben? Wie können wir anderen helfen? Wie verbessert jeder einzelne von uns ein kleines bisschen die Welt? Wie verbreiten wir Frieden, Freude und Glück? Wie können wir der Macht und der Gewalt den Reiz nehmen?

Gemeinsam müssen wir stark an einer Welt arbeiten, in der…

…Verständnis herrscht

…Toleranz lebt

…Friede und Liebe regieren

…keine „Pray for“ Hashtags nötig sind

…jeder eine Chance hat

…Terrorismus-Experten arbeitslos sind

…jedes Menschenleben gleich viel zählt

…Terror, Hass, Macht und Neid keinen Platz im Duden finden

…Sicherheit keine Floskel mehr ist

…Menschen über ihre Probleme offen reden dürfen

…jeder Hilfesuchende Gehör findet

…Kommunikation der Schlüssel für alles ist

…kleine Gesten viel bewirken

…die Menschheit gemeinsam arbeitet

…wir gerne Kinder zur Welt bringen

…niemand Angst, Panik, Depressionen haben braucht

…unser Schicksal nicht aus den Händen gleitet

…Menschen nicht über das Leben anderer entscheiden

…Hungersnot ein Fremdwort darstellt

 

Die Liste könnte noch endlos weitergehen. Möchtet ihr gerne was hinzufügen?
Lasst uns nicht nur irgendwelche Liste machen und Worte schwingen, sondern daran arbeiten, dass wir eine Welt kreieren, in der dies alles möglich ist! Ein einzelner kann vielleicht manchmal keine großen Taten vollbringen, aber es reichen viele kleine Dinge um etwas entstehen zu lassen. Längst unnötige Streitigkeiten beilegen, offen gegenüber anderen sein, aber auch mal Fremden helfen – sei es direkt oder auch finanziell. Die Welt braucht eine Menschheit die im Gesamten Weltverbesserer sind!

5 Comments

  • Jini Montag, der 25. Juli 2016 at 07:51

    Liebe Ella,

    ein unglaublich schön geschriebener Beitrag von Dir! Mir fehlen die Worte.
    Egal was sich für Sätze in meinem Kopf bilden.- Keiner kann für mich nur Ansatzweise ausreichend beschreiben, wie ich bezüglich der derzeitigen Situation empfinde. Danke an Dich, dass Du so passende Worte gefunden hast!
    Drücken wir die Daumen, dass die Welt in der wir leben, ein lebenswerter Ort bleibt…

    Reply
    • Ella Montag, der 25. Juli 2016 at 18:54

      Vielen lieben Dank für deine herzlichen Worte, Jini! Ich hoffe so sehr, dass sich alles wieder dreht und wir einfach zusammen das Leben genießen können, denn ich möchte nicht, dass meine Kinder mal in einer derartigen Welt leben müssen! Liebe Grüße an dich <3

      Reply
  • Elisa Mittwoch, der 27. Juli 2016 at 14:23

    Das kann ich nur unterschreiben!!

    Leider begnügen sich manche (viele? die meisten?) damit, sich zu empören, sich aufzuregen, sich machtlos und frustriert zu fühlen und gehen dann wieder ihrem täglichen Geschäft nach. Ich verstehe und kenne dieses Gefühl der Machtlosigkeit. Doch leider ist diese ein Irrtum. Wir können etwas tun. Bei uns anfangen. Aufhören, uns immer auf die anderen zu konzentrieren und dafür sorgen, dass es uns gut geht (nicht nur materiell, sondern vor allem seelisch) und dann machen wir die Welt mit unserer positiven Energie und der aus unserer eigenen Kraft gewonnenen Stärke ein kleines Stück besser. Desto mehr Menschen dies tun, desto besser wird die Welt. So einfach könnte das sein.

    Ich gebe die Hoffnung nicht auf. In Liebe an alle meine Mitmenschen, egal ob Griesgram, Realist, Idealist, Opfer-Figur, Miesepeter, spirituell frisch beflügelter Weltverbesserer, unauffälliger Durchschnittsmensch, großzügige Mutterfigur, rebellischer Teenager, Freak, Geek, Hipster, Punk, Penner, Großunternehmer … vergesst nicht, euch um euch zu kümmern. Ihr alle habt eure eigene Liebe verdient. <3 Und du natürlich auch, liebe Ella 🙂 Danke für den Beitrag im wahrsten Sinne des Wortes

    Deine Elisa

    Reply
    • Ella Donnerstag, der 28. Juli 2016 at 09:59

      Danke für deinen lieben und vor allem tollen Kommentar, Elisa!
      Da hast du Recht, die Veränderung fängt bei uns selbst an – desto mehr glücklichere, zufriedene (oder sogar begeisterte?) Leute es gibt, desto mehr strahlt dies aus und die Welt erfüllt sich dadurch mit Liebe und Freude!
      Da glaube ich auch dran und ich finde es soooo schön, dass es so Menschen gibt wie dich die dafür einstehen!
      Respekt!
      Liebe Grüße,
      Ella <3

      Reply
  • Eine gute Tat am Tag: Die Challenge | Ella Happylicious. Explore - Feel - Live Montag, der 26. September 2016 at 17:58

    […] sehen und in die Arme von den falschen Gruppen laufen. Darüber habe ich mich auch schon ein wenig hier […]

    Reply

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