Meine „Eine gute Tat am Tag“-Challenge: Egoisten-Style!

Nun ist er so gut wie vorüber, der Oktober. So ziemlich genau vor einem Monat habe ich euch meine „Eine gute Tat am Tag“-Challenge vorgestellt. Und diese verlief ja mal gar nicht wie geplant…

 

Die Umsetzung von „Einer guten Tat am Tag“

Es hört sich extrem einfach an. Tu jeden Tag zumindest eine, wenn auch noch so kleine, gute Tat. Hilf jemand anderen und unterstütze deine Mitmenschen in der Lebenssituation in der sie gerade dringend eine helfende Hand benötigen. Ich würde mich allgemein grundsätzlich als hilfsbereiten Menschen bezeichnen – wer tut das nicht – aber ich werde euch jetzt mal knallhart offenbaren, wem ich im Oktober nun wirklich geholfen habe: Mir selbst!

 

Eine egoistische Tat am Tag?

Sowas egoistisches! Siehst du mich gerade mit Ellenbogen um mich schlagen? Da kennst du mich falsch. Ich gehöre zur Kategorie der Menschen, die süchtig nach Harmoniegefühl sind. Nicht umsonst habe ich diese Challenge auf dem Blog ja ins Leben gerufen. Ich glaube fest daran, dass wir etwas bewirken können, wenn wir mehr aufeinander eingehen und uns vor allem auch besser zuhören und unterstützen. Für die Challenge wollte ich vordergründig nicht (!) jeden Tag Buch darüber führen, was ich gerade Gutes getan habe. Nein, vielmehr wollte ich dieses Gefühl, darauf zu achten, täglich etwas Positives für jemand anderen zu tun, intensivieren und verinnerlichen. Und vielleicht auch dich dazu anzustiften. Grundsätzlich gehe ich ohnehin mit offenen Augen und Armen durch das Leben, ob sich das jetzt im Oktober verstärkt? Ich glaube nicht, und das aus ganz bestimmten Gründen. Keine Ausreden, sondern Gründe 😉  Zum einen bin ich nicht extrem viel unter Leute gekommen (weshalb erzähle ich euch bald!) und zum anderen musste ich vielleicht auch erstmal etwas lernen.

gooddeed

Wo hört die gute Tat auf?

Jedem alles recht machen, alle sollen ja schließlich glücklich sein. Hier muss ich noch viel lernen und vielleicht auch auf die Schnauze fallen (leider oder Gott sei Dank?). Natürlich muss man diese Punkte grundsätzlich von der „Eine gute Tat am Tag“-Challenge abgrenzen. Hilfsbereitschaft, Gemeinschaft und der Einsatz für andere sind einige der wichtigsten Dinge im Leben und auf der Welt. Aber irgendwie war dieser Oktober anscheinend dafür gedacht, dass ich mir mal selber helfe.

Die Eigenschaft sich Gedanken darüber zu machen, was andere über einen denken, habe ich schon länger abgelegt.

Aber dieses Verantwortungsgefühl für das Glück anderer?

Das begleitet mich stetig. Klar möchte man Konflikte und schlechtes Gewissen vermeiden, aber manchmal kommt man doch an seine Grenzen. Man möchte einem Freund helfen, aber letztendlich entwickelt sich daraus ein derartiges Pflichtgefühl, dass man selber nicht mehr weiß wo hinten und vorne ist. Dies läuft so weit, dass es einem selber plötzlich schlecht geht. Wir sind uns wohl einig, dass dies der falsche Weg ist. Und das musste ich in den letzten Wochen auch schmerzlich feststellen. Hilfsbereitschaft hat seine Grenzen, leider. Was ich durchaus gelernt habe ist, dass (fast) jeder nun mal für sein eigenes Glück verantwortlich ist (unter gegebenen Umständen natürlich). Ich kann mein Leben nicht freiwillig in eine Talfahrt übergeben und erwarten, dass andere mich da raus holen. Und genau so wenig, kann das jeder andere tun. Meine gute Tat für mich war, dies endlich zu begreifen. Ich habe endlich ein wenig mehr verstanden, dass ich nicht für das Glück und das Leben anderer verantwortlich sein kann. Ich kann sie bis zu einer bestimmten Grenze unterstützen, aber den Rest müssen sie selber tun. Ganz unabhängig von der Hilfsbereitschaft gegenüber anderen oder dem Willen etwas Gutes zu tun, sollte man sich selbst auch nicht aus dem Fokus zu lassen. Nur wenn man stetig an sich selber arbeitet und versucht – wie man so schön sagt – die beste Version von sich selber zu leben, dann kann man auch etwas sinnvolles für seine Mitmenschen und Gemeinschaft bewirken.

Wie siehst du das?

 

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Lass uns alle Weltverbesserer sein

Nichtsdestotrotz, ist die Aussage jetzt nicht: Oktober und „Eine gute Tat am Tag“-Challenge vorbei, juhuu, jetzt kann ich wieder ein Arschloch sein! Nein, Arschlöcher braucht diese Welt nicht! Ich werde weiterhin versuchen, jeden Tag ein Stückchen mehr zu tun um meinen Teil für eine gute Welt zu leisten. Manchmal ist es egoistischer Weise die Hilfe für sich selbst, an anderen Tagen kann man Tolles für andere leisten. Man sollte auch der Umwelt was Gutes tun und mal auf das Auto verzichten und zu Fuß gehen oder im Urlaub ein wenig schonender unterwegs sein.

Es gibt so viele Möglichkeiten – so, let´s go and make the world a better place 😉 (so schön schnulzig, aber so wahr!)

4 Comments

  • Kaja Donnerstag, der 3. November 2016 at 09:25

    Schöner Beitrag. – Lass uns alle Weltverbesserersein sein – ich mag auch Menschen unterstützen, wie beispielsweise dem älteren Herrn, der am Bahngleis versucht seinen Rollator die Treppe runter zu hieven, weil der Fahrstuhl defekt ist und die Rolltreppe nur in die andere Richtung läuft. Manchmal ärgere ich mich über solche Situationen, wenn ich sehe wie andere einfach vorüberlaufen. – Zivilcourage ist ein weiteres Thema, wenn man hilft heisst es nicht gleich sich selbst auch in Schwierigkeiten zu bringen, manchmal reicht es schon laut um Hilfe zu schreien… Schön finde ich auch, dass Du darauf eingehst, dass man sich Selbst nicht vergessen soll. Denn bei dem ganzen achten auf andere Menschen, fragt man sich manchmal dann doch ob man sich vergisst! – Danke fürs Erinnern. ♥ Kaja // http://www.justblossom.de

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    • Ella Donnerstag, der 3. November 2016 at 16:17

      Hi Kaja, vielen Dank für diese tollen Worte! Es ist so wichtig und wertvoll, dass es Leute wie dich (und hoffentlich mich ;)) gibt, die auch mal Kopf und Herz in die Hand nehmen um anderen Leuten was Gutes zu tun! Liebe Grüße <3

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  • Kuno Sonntag, der 20. November 2016 at 14:04

    Hallo Ella,
    ein sehr schöner Beitrag! Ich finde es gut, dass du dich dazu entschieden hast nicht jeden Tag Buch zu führen. Ich glaube man zählt dann zwanghaft seine guten Taten ab und tut es nicht mehr der Sache wegen. Es sollte definitiv mehr Menschen wie dich geben, die sich Gedanken machen und auch wenn es für uns eine kleine Sache sein mag, jemandem mit dem Rolator über den Bahngang zu helfen, ist es für die Betroffenen etwas großes und die Menschen sind doch wirklich richtig dankbar 🙂

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    • Ella Sonntag, der 20. November 2016 at 17:26

      Liebe Kuno, vielen Dank für deine schönen Worte! Ja, genau, das dachte ich mir auch – nicht versteifen, nur weil es die Challenge gibt, sondern einfach aus Freude und Liebe was Gutes tun! <3

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